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Appell
der Eltern von an Schilddrüsenkrebs kranken Kindern,
Bürger der Republik Belarus, an die Weltöffentlichkeit
Wir wenden uns an alle Menschen guten Willens, an diejenigen, denen das Schicksal der belarussischen Nation nicht gleichgültig ist, denen das Lachen und die Lächeln der belarussischen Kinder teuer sind! Am 26.April jährt sich zum 10.Mal das schwärzeste Datum in der Geschichte von Belarus und ihres Volkes, das Datum der Tschernobyl - Katastrophe, die mit ihren nuklearen Flammen belarussische Städte und Dörfer angesengt hat. Die Folgen dieser Katastrophe wurden eine wahrhafte Tragödie des belarussischen Volkes. Da uns von diesem Datum schon etliche Jahre trennen, vergessen viele bereits den schrecklichen Apriltag 1986, jedoch gerade heute, 10 Jahre danach, werden die belarussischen Häuser immer öfter von einer der sichtbarsten und realen Folgen der Tragödie von Tschernobyl, dem Schilddrüsenkrebs, heimgesucht. Diese schreckliche Erkrankung bereitet fürchterliche Schmerzen und Leiden, führt zu psychischen Störungen bei den Kindern und deren Eltern. Die Notwendigkeit, um das Leben der Kinder zu kämpfen, hat uns in der Belarussischen Gesellschaft der Eltern "Autograph von Tschernobyl" zusammengeführt. Dieser Name wurde nicht zufällig gewählt: durch die Narben an den Hälsen und in den Herzen unserer Kinder hat Tschernobyl seine schreckliche Signatur für das ganze Leben aufgezeichnet.
Bis zum 1. Januar 1996 wurden im Schilddrüsencentre 1012 Kinder operiert, von denen 424 Schilddrüsenkrebs und die anderen Adenom bzw. eine andere Pathologie haben.
Mit jedem Tag vergrößert sich die Zahl der kranken Kinder. Die meisten Kinder kommen in die Klinik leider schon mit Metastasen in Lymphoknoten, im Mediastinum in den Lungen. Nach ausgedehnten chirurgischen Eingriffen werden die Kinder alle 3-4 Monate mit Radiojodotherapie behandelt, wobei das Kind eine Strahlendosis bekommt, die um das dutzendfache größer ist als die beim primären Befall. Alle 3-4 Monate ein neues kleines "Tschernobyl" ... Bei der außerordentlich schweren Wirtschaftskrise in unserer Republik sind die Eltern nicht mehr imstande, ihre Kinder mit allem zu versorgen, was für sie lebensnotwendig ist. Ohne Hilfe der Weltgemeinschaft werden wir das schreckliche Unheil, das über unsere Heimat Belarus, über unsere Kinder hereingebrochen ist, nicht überwinden können. Die Eltern der infolge der Tschernobyl - Katastrophe erkrankten Kinder machen sich Gedanken über die wichtigsten Fragen:
1. Wozu sind so viele Tschernobyl - Stiftungen und - Organisationen geschaffen, wenn die Kinder, die Tschernobyl - Invaliden geworden sind, ohne jegliche Hilfe und Unterstützung leben, im Stich gelassen sind?
2. Warum leistet kein einziger Staat der Welt, der Kernenergie hat, eine konkrete Hilfe bei der Überwindung der Folgen der Katastrophe von Belarus, der Republik, die Geisel der Kernenergie geworden ist? Der unserem Land infolge der Havarie am Atomkraftwerk von Tschernobyl zugefügte Schaden beträgt ja mehrere Jahresetats der Republik, und den unseren Kindern zugefügte Schaden, ihre verlorene Gesundheit, kann mit nichts gemessen werden. Werden auch heute, wo die Existenz der belarussischen Nation gefährdet ist, die Staatsmänner aller Länder der Welt, das Schweigen bewahren und die wirklichen Ausmaße der Leiden der belarussischen Mütter und ihrer durch die Tschernobyl - Katastrophe zu Invaliden gemachten Kinder nicht beachten?
Wir wollen den ganzen Schmerz, die ganzen Leiden unserer an nichts schuldigen Kinder allen Müttern der Welt nahebringen. Schauen Sie Ihre Kinder, Ihre Enkel, die Kinder in Ihrer Umgebung an und denken Sie daran, daß hier, im leidgeprüften Belarus auf dem Operationstisch oder nach der Operation zu Hause belarussische Kinder leiden, die Opfer der Tschernobyl - Tragödie geworden sind. Es mangelt ihnen an Medikamenten, an vollwertigen Nahrungsmitteln, Säften, Vitaminen, am für das Leben Allernotwendigsten. Die Kinder bedürfen einer langwährenden Gesundung. Der Aufenthalt der Kinder zwecks Gesundung im Ausland bedeutet nicht nur Gesundung, das sind auch Friedensbrücken, die unsere "Tschernobylkinder" zu allen Ländern schlagen, in denen sie sich aufhalten. Durch ihren Aufenthalt erreichen die Kinder das, was selbst den Politikern nicht immer gelingt. Mit Banden der Freundschaft und der Verständigung verbinden sie unsere Familien und Familien aus anderen Ländern. Was kann heute wichtiger sein?!
Die Kinder sind wie Friedenstauben, sie bringen Gutes, Liebe, das Licht ihrer Herzen in alle Teile dieser Erde. Wir wenden uns an Sie mit den Worten unseres aufrichtigsten Danks für alle, die an der Überwindung der Folgen der Tschernobyl - Katastrophe durch Belarus teilgenommen haben und weiterhin teilnehmen, und mit der Hoffnung auf alle, die in der Zukunft gegen unser Unheil nicht gleichgültig bleiben werden.
Wir leben alle auf einem gemeinsamen Planeten und müssen alles dafür tun, daß unsere Kinder lachen und sich des Lebens freuen, daß überall Gärten blühen und nie mehr auf unserer Erde radioaktive Niederschläge fallen, die ungeheure Leiden und Qualen bringen !
Helfen Sie uns bitte, unsere Kinder zu retten !

1. FROM: Byelorussian Orthodox Church (of Russian Orthodox Church)
Filaret, Metropolitan of Minsk and Sluzk
Exarch of Patriarch for all Byelorussia:
Appeal and WORD on Holyday of Byelorussian written language and print ( in Russian)
Appeal of Synod of Byelorussian Exarchate to orthodox people and communities
2. The Belorussian association of parents "Autograph of Chernobyl".
3.
***
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(c) 1996 V&S < Minsk Belarus >

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